Fraktion DIE LINKE: Lässt das Land die
Kommunen im Regen stehen?
Zur derzeitigen Debatte um Risiken von Cross-Border-Leasing (CBL)
erklärt der Sprecher der Fraktion für Stadtumbau und Wohnungspolitik
Guido Henke:
„Das noch unlängst hoch gelobte Steuersparmodell Cross-Border-Leasing
ist ins Schlingern geraten, da die Geschäftspartner aus den USA aufgefordert
sind, die Taue zu kappen.
In Sachsen-Anhalt geht es bei diesen Geschäften um eine Kläranlage
in der Lutherstadt Wittenberg, um Straßenbahnen in Magdeburg und Halle.
Den Kommunen, die sich auf derlei Geschäfte eingelassen haben, könnten
herbe Verluste ins Haus stehen.
Höchst widersprüchlich ist in dieser Angelegenheit die Position
der Landesregierung. Im Rahmen der Regierungsbefragung zur Landtagssitzung
am 10. Oktober 2008 verwiese Wirtschaftsminister Haseloff auf eine vorhandene
Gesamtverantwortung der Handelnden, die Landesregierung eingeschlossen. In
einer Sitzung des Ausschusses für Finanzen ergänzte der Minister,
sein Haus erfrage derzeit bei den Beteiligten, wie der Stand der Dinge denn
sei.
In Beantwortung einer Kleinen Anfrage zum Thema stellt nunmehr das Innenministerium
fest, es gebe keine Kontakte zu den kommunalen CBL-Vertragspartnern, da die
Landesregierung nicht Vertragspartner sei und sie diese Dinge auch nicht zu
genehmigen hatte. Und überhaupt, so ist der vierseitigen Antwort zu
entnehmen, wisse man eigentlich gar nichts Genaues in der Sache.
Offenbar steht das Innenministerium - also das Kommunalministerium - auf
dem Standpunkt, das alles gehe das Land nichts an, mögen doch die Kommunen
selbst zusehen, wie sie zurechtkommen.
Wie sich das mit der vom Wirtschaftsminister eingeräumten Gesamtverantwortung
und den Aktivitäten seines Hauses vereinbart, bleibt völlig unklar.
Offenkundig ist hier erneut zu konstatieren, dass die Linke nicht weiß,
was die Rechte tut.
Aus Sicht der LINKEN zeugt die Haltung der Landesregierung insgesamt von
wenig Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Kommunen. DIE LINKE fordert
die Landesregierung auf, in der Angelegenheit mit einer Stimme zu sprechen
und erforderliche Unterstützungsmaßnahmen für den leider
nicht unwahrscheinlichen Fall ins Auge zu fassen, dass es zu gravierenden
Problemen kommt.
Die Kommunen alleine im Regen stehen zu lassen, wäre in höchstem
Grade verantwortungslos.“
Magdeburg, 27. November 2008
+++ Pressesprecher: Dr. Thomas Drzisga (v.i.S.d.P.)
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