Fraktion DIE LINKE: Anhebung der Haftentschädigung
hat nur symbolischen Wert
Zum Beschluss der Justizministerkonferenz, die Haftentschädigung
von derzeit 11 auf 25 Euro pro Tag anzuheben, erklärt die rechts- und
innenpolitische Sprecherin der Fraktion Gudrun Tiedge:
„Die Anhebung der Haftentschädigung für zu Unrecht erlittene Haft
um sage und schreibe nur 14 Euro pro Hafttag ist unangemessen niedrig,
verkümmert damit zu einem
symbolischen Akt der versuchten Wiedergutmachung
gegenüber den Justizopfern und ist mit einem sozialen Rechtsstaat nahezu
unvereinbar.
DIE LINKE hätte sich einen „größeren Wurf“ und damit eine
deutliche Anhebung der Haftentschädigungssumme auf ca. 100 Euro pro
Hafttag, wie sie zum Beispiel in Österreich gezahlt wird, gewünscht.
Mit dieser Grundintention hatte die Fraktion DIE LINKE zur Landtagssitzung
im Monat November 2008 einen entsprechenden Antrag auf den parlamentarischen
Weg gebracht. Denn aus Sicht der LINKEN müsste doch dem Staat die
Freiheit
seiner Bürgerinnen und Bürger eine erheblich größere
Summe Geld wert sein! Aber die jetzige Anhebung ist weit davon entfernt,
den psychischen Schaden und die gesellschaftliche Ausgrenzung wieder gut
zumachen.
Die Justizministerkonferenz hat mit ihrem jetzigen Beschluss wahrlich ein
Zeichen gesetzt, aber das wohl eher ausschließlich
mit Blick
auf die finanziellen Engpässe der Länderkassen.“
Magdeburg, 21. November 2008
+++ Pressesprecher: Dr. Thomas Drzisga (v.i.S.d.P.)
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